Statement und Interviews im Jagdblogger-Camp

VonGrit

Statement und Interviews im Jagdblogger-Camp

Nachdem wir am Vortag gelernt hatten wie Journalisten ticken und dass man im Umgang mit der Presse besser vorsichtig ist, ging es am zweiten Tag des Jagdblogger-Camps in die praktische Arbeit. Wie formuliere ich ein richtiges Statement, wie führe ich ein Interview und wann ist es besser einfach mal den Mund zu halten.

Der Deutsche Jagdverband hat mit der Agentur ADVERB eine sehr kompetente Kommunikationsagentur an seiner Seite. Christian H. Schuster ist Profi in Sachen Verbandskommunikation.



Zunächst zeigt Christian, dass Themen, die augenscheinlich gut und einfach zu besprechen sind, auch ihre Tücken haben können. Nicht jeder sieht nur die gute Seite einer Kitzrettung. Zu diesem Thema ein Statement zu formulieren mag noch recht einfach erscheinen, aber was ist wenn der Journalist nachhakt?

Küchenzuruf und Statement im Krisenfall

Um das Statement zu üben bekommen wir vier unbehagliche Themen zur Auswahl. Nicht alle Themen, bzw. dessen Hintergründe sind uns bekannt. Die Einzelheiten dazu erfahren wir aus kurzen Pressemitteilungen.
In kleinen Gruppen können wir je ein Thema bearbeiten um anschließend vor der Kamera unsere Ergebnisse zu präsentieren.

Blogger lernen den Küchenzuruf um ein Statement zu formulieren

Nicht alle Blogger stehen das erste Mal vor der Kamera, aber das Wort Küchenzuruf hat von uns bisher wohl noch niemand gehört. Aber es leuchtet ein lange Erklärungen so spitz zu formulieren, dass man in Kürze den Kern seiner Aussage als Statement abgeben kann. Nichts Anderes ist nämlich der Küchenzuruf, eine Zusammenfassung dessen, was man eigentlich mit vielen Worten erklären möchte. Das ist gar nicht so einfach.
Wer sich dafür im Detail interessiert, dem sei dieser Artikel der Deutsch-Werkstatt empfohlen.

Vor laufender Kamera ist aber nicht nur das gesprochene Wort von größter Bedeutung, daher gibt man ein Statement niemals ohne Verbündeten ab. Man sieht ja nicht was die Kamera und damit die Zuschauer später sehen. Sollte also die Krawatte unvorteilhaft sitzen oder im Hintergrund plötzlich Unerwünschtes auftauchen, muss dafür gesorgt werden, dass diese Aufnahme unbrauchbar wird. Dann muss eben ein zweiter Versuch gestartet werden.

Das Interview in der Praxis

Ganz bewusst werden in diesem Teil einerseits harmlos erscheinende und andererseits sehr populistische Themen gewählt. Dazu gehören die Kitzrettung, der Lernort Natur, die Kontamination des Wildfleischs mit bleihaltiger Munition und die Lust am Schuss.

Versetzt Euch in Euer Gegenüber, geht offensiv mit den Themen um und formuliert prägnante und kritische Fragen zu den genannten Themen. Bereitet Euch wie ein Journalist auf das Interview vor, damit ihr keine bösen Überraschungen erlebt. Fragt, was auch der Zuschauer fragen würde.

Um zu verstehen, wieviel Arbeit genau dahinter steckt, zeigt uns Christian ein Video über Medienprofi und “heute”- Moderatorin Marietta Slomka. Für ein dreiminütiges Interview benötigt sie schon mal ein paar Stunden der Vorbereitung um alle Aspekte und Eventualitäten zu beleuchten. Selbst die Antworten ihres Gegenübers schätzt sie vorher ab.

So gerüstet stellen sich einige Teilnehmer dem Interview vor laufender Kamera und müssen so lange Rede und Antwort stehen, bis Torsten Reinwald endlich locker lässt. Torsten, in der Rolle des fragenden Journalisten, ist natürlich auch Profi und kennt die Stolperstellen von Anfängern. Geschickt nutzt er kleine Unsicherheiten aus um mit bohrenden Nachfragen sein Gegenüber aus der Reserve zu locken.

Fazit – Voller Erfolg des ersten DJV-Camps

Sowohl die Teilnehmer, als auch die Organisatoren sind überzeugt, dass dieses Format weitergeführt werden muss. Die Jäger von heute tragen an Stelle des Flachmanns das Handy in der Brusttasche und sie sind keineswegs verschlossene Einzelgänger. Sie kommunizieren über Bild, Text und Ton mit einer sehr breiten Öffentlichkeit, auch mit jener, die unsere Leidenschaft nicht teilt.

Deshalb tragen Jäger nicht nur EINE besondere Verantwortung. Um Jäger zu sein muss man die Zusammenhänge in der Natur und die Erfordernisse unserer Kulturlandschaft lernen. Um Blogger zu sein muss man die Zusammenhänge in der Kommunikation und den Umgang mit den Sozialen Medien lernen.

Wie geht es weiter im #djvcamp19

Ganz eindeutig der Höhepunkt dieses Tages war die Verleihung des Sophie-Award für den besten Deutschen Youtube Jagdfilm im Kantkino in Berlin.
Im Anschluss an zwei anstrengende Workshop-Tage war diese Veranstaltung ein echtes Highlight.

Bildquellen

  • Statement Training zu kritischen Themen: G. Schönebeck
  • Hilmar – Vorbereitung für das Statement: DJV
  • Bernd beim Jagdblogger-Camp: DJV
  • Hendrik gibt sein Statement ab: DJV
  • Christian H. Schuster von der Agentur Adverb: G. Schönebeck

Über den Autor

Grit administrator

Schreibe eine Antwort