Jagdblogger aus Leidenschaft

VonGrit

Jagdblogger aus Leidenschaft

Von Torsten Reinwald und Anna Martinsohn wissen wir, dass der Ruf der Jägerschaft besser ist als erwartet. Aber wir wurden auch sensibilisiert, dafür Sorge zu tragen, dass das so bleibt und vorausschauend zu publizieren.

Aber brauchten wir dafür wirklich Fachreferate? Ja! Denn kleine Schnitzer in der Formulierung, ein unbeachtetes Detail auf einem Foto sind Öl auf die Mühlen der Jagdgegner. Und diese verfolgen ihre Kampagnen oft mit großer Leidenschaft und wenig Rücksichtnahme.

Wie bitte? …, Achtung vor der Kreatur?

Jana, eine Bloggerin aus unserer Gruppe kann ein erschreckendes Lied davon singen. Obwohl sie mit ihren Hunden und ihrer Notruf-Pflegestelle für Eichhörnchen eigentlich zu den Guten zählen müsste erlebt sie Böses.

Ja, Jagd ist ihre Leidenschaft, sie ist damit groß geworden. Und sie berichtet darüber, in Janas Jagdblog. Sachlich und aufklärend, manchmal aber auch emotional, weil sie selbst überwältigt ist und ihr die richtigen Worte fehlen. Vor ca. 8 Wochen erwischt sie ein eiskalter Shitstorm der ihr böse an die Nieren geht. Schmutzige Beleidigungen sind dabei noch das kleinste Übel. Die Internet-Gemeinde schaukelt sich hoch und schwappt über in die reale Welt.

Man merkt ihr an, wie sehr sie darunter leidet, aber auch ihre Botschaft ist für die Jagdblogger wichtig. Nicht den Kopf in den Sand stecken, nicht abtauchen, nicht zurückpöbeln, sondern aktiv und mit den verfügbaren Rechtsmitteln handeln. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Jana wird in der virtuellen Welt bedroht, aber sie wehrt sich in der realen Welt. Der Deutsche Jagdverband war ihr hierbei eine große Hilfe.

Fallhöhe versus Fame

Paul ist in der Jagdszene bekannt wir ein bunter Hund und scheint jede freie Minute der Jagd zu widmen. Besser noch, er und sein Bruder Gerold filmen alles was sie dabei erleben. Youtube ist die erste Plattform für die Filme der Hunter Brothers aus Mecklenburg-Vorpommern. Kein Wunder also, dass sich da Sponsoren und Gönner einfinden. Ihre Leidenschaft für Jagd und Film können die Jungs dort geschickt monetarisieren.

Paul von den Hunter Brothers
Paul von den Hunter Brothers spricht beim Jagdblogger-Camp über seine Erfahrungen

Das sieht aber nicht jeder gern, nicht einmal aus den eigenen Reihen.
Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht was Leiden schafft.
Und da kommt das Schwanen-Video aus dem Jahre 2015 gerade richtig. Dabei spielt es keine Rolle, dass die Jungs rechtmäßig gehandelt haben um weiteren Wildschaden abzuwenden. Das Video war noch nicht einmal für die Öffentlichkeit bestimmt und findet trotzdem seinen Weg dorthin.
Offenbar hat jemand sein Ziel erreicht, eine Anzeige wegen Wilderei lässt die Brüder zu Beginn ihrer Karriere mächtig straucheln.
Die Hetzkampagne rollt und schaukelt sich hoch, Sponsoren springen ab.

Jüngstes Beispiel sind die Vorwürfe eines anderen Jägers, der ihnen ein Schonzeitvergehen vorwirft und Anzeige erstattet. Leider blasen auch seriöse Publizisten ins gleiche Horn ohne das Ergebnis der Anhörung vor Gericht abzuwarten. Mit Leichtigkeit wurden die Vorwürfe wegen nachweislich falscher Zeugenaussagen zurückgewiesen. Zu spät, die Nachricht ist raus und die Lawine rollt.

Als Jungjäger waren Paul und Gerold vielleicht ein wenig zu sorglos im Umgang mit den sozialen Medien, aber das Handwerk Jagd haben sie von der Pike auf gelernt.

Die Hunter Brothers haben ihre Konsequenzen daraus gezogen, denn nicht nur einmal standen Karriere und Jagdschein auf dem Spiel, zu Unrecht. Sie hatten Glück und sind aus jeder Hetz-Kampagne gestärkt hervorgegangen. Auch das kann Social Media -> Viral Marketing, aber das gelingt sicher nicht jedem.

Fazit – Shitstorm hat keine Wurzeln

Danke Paul und Jana, dass ihr Eure Erlebnisse mit uns geteilt habt.
Sie sind ein lebendiges Zeichen dafür, dass man eben nicht immer weiß wo die Ursachen eines Shitstorms liegen. Ob nun Jagdgegner zufällig auf unsere Beiträge stoßen und das Haar in der Suppe suchen oder andere Jäger missgünstig sind.

Das Ergebnis ist letztlich immer das Gleiche. Multiplikatoren manipulieren Informationen, oft sogar mit guten Absichten, aber mit gefährlichem Halbwissen und sorgen für unerwünschte Reichweite.
Heilen kann man das nicht mehr und schon gar nicht Gleiches mit Gleichem vergelten. Man kann sich aber mit rechtlichen Mitteln erfolgreich dagegen wehren.

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Das erwartet euch im nächsten Beitrag.
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Bildquellen

  • Paul von den Hunter Brothers: G. Schönebeck
  • Stephan Wunderlich DJV: DJV
  • Jana beim Jagdblogger-Camp: DJV

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